1. Woran erkenne ich, dass Bienen in der Wand sitzen?
Honigbienen suchen im Frühjahr und Frühsommer – der sogenannten Schwarmzeit von April bis Juli – aktiv nach neuen Nistplätzen. Hauswände, Fassadenhohlräume, Rollladenkästen, Dachstühle und Schornsteine sind dabei beliebte Ziele. Die Anzeichen sind meist eindeutig:
- Reger Bienenflug an einer bestimmten Stelle der Fassade, auch wenn keine Blüten in der Nähe sind
- Bienen verschwinden in einer Ritze, einem Loch oder unter Dachziegeln
- Summen oder Brummen aus der Wand, besonders an warmen Tagen
- Wachsflecken oder Honigaustritt an der Fassade (bei länger bestehendem Nest)
- Erhöhte Bienenaktivität rund um Rollladenkästen, Lüftungsschlitze oder Fugen
Wichtig: Unterscheiden Sie Honigbienen von Wespen oder Hummeln. Honigbienen sind braun-gelb gestreift und eher rund, Wespen haben eine deutlich schmalere Taille und sind leuchtend gelb-schwarz. Hummeln sind deutlich größer und pelzig. Nur für Honigbienen ist ein Imker zuständig.
2. Ist das gefährlich?
In den meisten Fällen: nein. Honigbienen sind friedliche Tiere, die nur stechen, wenn sie sich direkt bedroht fühlen. Ein Bienenvolk in der Wand ist kein Angriffsvolk – es verteidigt lediglich sein Nest, wenn man direkt daran hantiert.
Allerdings gibt es Situationen, in denen Handlungsbedarf besteht:
- •Nest befindet sich in bewohnten Räumen
- •Allergiker im Haushalt
- •Kinder spielen direkt an der Einflugstelle
- •Honig läuft in die Wand und droht Schäden
- •Nest in Außenwand ohne Zugang zum Innenraum
- •Einflugstelle ist für Menschen nicht erreichbar
- •Bienen fliegen ruhig und ohne Aggression
- •Nest besteht erst seit wenigen Tagen
3. Was ist verboten – und warum?
Honigbienen stehen in Deutschland unter dem Schutz des Tierschutzgesetzes. Das bedeutet konkret:
Verstöße können als Ordnungswidrigkeit oder Straftat nach § 17 Tierschutzgesetz geahndet werden. Zudem drohen Schäden an der Bausubstanz, wenn das Nest nicht fachgerecht entfernt wird – denn zurückgelassene Waben mit Honig können schimmeln und Feuchtigkeit in die Wand ziehen.
4. 7 Schritte: Was Sie jetzt tun sollten
Ruhe bewahren und Abstand halten
Gehen Sie nicht direkt an die Einflugstelle. Bienen reagieren auf schnelle Bewegungen und Erschütterungen. Halten Sie Kinder und Haustiere fern.
Sicherstellen: Sind es wirklich Honigbienen?
Beobachten Sie die Tiere aus sicherer Entfernung. Honigbienen sind braun-gelb, eher rund und fliegen ruhig. Wespen sind schlanker und aggressiver. Hummeln sind deutlich größer und pelzig.
Zeitpunkt einschätzen
Ein frischer Schwarm, der gerade eingezogen ist, lässt sich oft noch komplett umlogieren. Ein seit Wochen bestehendes Nest mit Waben ist aufwändiger zu entfernen. Je früher Sie handeln, desto einfacher.
Imker kontaktieren
Rufen Sie einen lokalen Imker an – in der Region Neu-Ulm, Illertissen und Altenstadt ist Markus Habermehl unter +49 151 29672652 erreichbar. Beschreiben Sie die Situation und schicken Sie wenn möglich ein Foto.
Einflugstelle nicht verschließen
Verschließen Sie die Einflugstelle nicht, bevor der Imker das Volk entnommen hat. Eingeschlossene Bienen suchen sich einen anderen Weg – oft in den Innenraum.
Nach der Entnahme: Waben vollständig entfernen
Nach der Bienenentnahme müssen alle Waben aus der Wand entfernt werden. Zurückgelassene Waben schimmeln, ziehen Feuchtigkeit und locken neue Schwärme an.
Einflugstelle dauerhaft verschließen
Lassen Sie nach der vollständigen Entnahme alle Öffnungen fachgerecht verschließen – am besten durch einen Handwerker. Offene Fugen und Risse ziehen im nächsten Jahr erneut Schwärme an.
5. Kann ich die Bienen selbst entfernen?
Grundsätzlich nein – zumindest nicht ohne Imkerausrüstung und Erfahrung. Das Entfernen eines Bienenvolkes aus einer Hauswand erfordert:
- Schutzanzug, Handschuhe und Schleier
- Kenntnisse über das Verhalten von Bienen beim Öffnen des Nestes
- Werkzeug zum Öffnen der Wand (oft muss Putz oder Verkleidung entfernt werden)
- Eine Transportbox für das Volk
- Wissen, wie man die Königin findet und sichert
Ein erfahrener Imker hat all das – und nimmt das Volk mit, anstatt es zu töten. Die Bienen werden in einen neuen Stock umgesiedelt und leben weiter. Das ist die einzige tierschutzkonforme Lösung.
6. Was kostet ein Imker?
Das hängt vom Aufwand ab. Es gibt drei typische Szenarien:
| Situation | Aufwand | Kosten (ca.) |
|---|---|---|
| Frischer Schwarm, noch kein Nest gebaut | Gering – Schwarm einfangen und mitnehmen | Kostenlos (Imker freut sich über das Volk) |
| Nest in zugänglicher Hohlwand, wenige Wochen alt | Mittel – Öffnung, Entnahme, Waben entfernen | 0–150 € |
| Altes Nest tief in der Wand, viel Wachs und Honig | Hoch – ggf. Handwerker nötig | 150–500 € + Handwerkerkosten |
Imker Markus Habermehl kommt im Raum Neu-Ulm, Illertissen, Altenstadt und dem Alb-Donau-Kreis kostenlos für frische Schwärme. Bei eingenisteten Völkern besprechen wir den Aufwand vorab ehrlich – ohne versteckte Kosten.
7. Wann ist Eile geboten?
Je früher Sie handeln, desto einfacher und günstiger ist die Lösung. Handeln Sie sofort, wenn:
Bienen in Ihrer Wand?
Rufen Sie Markus Habermehl an – Imker aus Altenstadt (Filzingen), täglich 6–22 Uhr erreichbar. Frische Schwärme kostenlos. Eingenistete Völker: ehrliche Kosteneinschätzung vorab.